Bausparvertrag für Kinder – lohnt sich das noch?
Ein Bausparvertrag für Kinder klingt nach einer soliden Idee: sicher, staatlich gefördert, mit Blick auf die eigene Immobilie. Die ehrliche Antwort fällt allerdings differenzierter aus. Als reines Sparprodukt ist er 2026 in den meisten Fällen nicht die beste Wahl. Niedrige Guthabenzinsen, Abschlussgebühren und Kontoführungskosten drücken die Rendite oft unter ein Prozent pro Jahr. Sinnvoll bleibt er, wenn dein Kind später tatsächlich bauen oder kaufen will und du dir heute günstige Darlehenszinsen sichern möchtest. Wer dagegen primär Eigenkapital aufbauen will, fährt mit einem ETF-Sparplan fast immer deutlich besser.
Die wichtigsten Fakten
- Nach Abzug aller Kosten liegt die effektive Rendite bei einem Bausparvertrag für Kinder oft nur im Bereich von etwa 0,3 bis 1,0 Prozent pro Jahr. Ein breit gestreuter ETF-Sparplan hat über 15 bis 18 Jahre historisch deutlich höhere Ertragschancen geboten (mehr dazu im Renditevergleich).
- Die Wohnungsbauprämie kann den Vertrag verbessern, ist aber an Alter, Einkommen und Bindungsfristen geknüpft. Bei 50 Euro monatlicher Sparrate sind das ab 16 Jahren 60 Euro Prämie pro Jahr.
- Typische Kosten wie Abschlussgebühr und Kontoführung fallen schon in der Sparphase an und mindern den Vermögensaufbau spürbar.
- Ein Bausparvertrag für Kinder lohnt sich vor allem dann, wenn später tatsächlich eine Immobilie finanziert werden soll und ein fester Darlehenszins heute schon wichtig ist.
- Für ein offenes Sparziel und einen langen Anlagehorizont ist ein ETF-Sparplan in den meisten Fällen die renditestärkere Lösung.
Kurze Antwort: Für wen sich ein Bausparvertrag für Kinder 2026 noch lohnt
Ob ein Bausparvertrag für Kinder sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, ob dein Kind später wirklich eine Immobilie finanzieren soll, wie viele Jahre bis dahin noch bleiben und ob du zwischenzeitliche Kursschwankungen bei einer Alternative wie einem ETF akzeptieren kannst.
Je länger die Ansparphase läuft, desto stärker wirkt sich der Renditeunterschied aus. Bei einem Neugeborenen sind 18 Jahre Sparzeit realistisch. Schon wenige Prozentpunkte Unterschied pro Jahr können dann mehrere tausend Euro beim Endkapital ausmachen.
| Situation | Meist passend | Begründung |
|---|---|---|
| Immobilienwunsch ist konkret | Bausparvertrag | Der feste Darlehenszins kann später echte Planungssicherheit schaffen. |
| Verwendungsziel ist offen | ETF-Sparplan | Das Geld bleibt flexibel einsetzbar und die langfristige Renditechance ist höher. |
| Sparziel ist kurzfristig oder unklar | Tagesgeld | Hohe Flexibilität ohne Kursrisiko, aber ohne Darlehensoption. |
Wichtig ist auch die Risikofrage. Ein Tagesgeldkonto bietet ebenfalls hohe Sicherheit, sichert dir aber keine späteren Darlehenszinsen. Wenn ein Tarif heute zum Beispiel einen Darlehenszins von 1,5 Prozent festschreibt, der Marktzins in zehn oder fünfzehn Jahren aber bei 3,5 Prozent liegt, kann das bei 15.000 Euro Darlehen über zehn Jahre eine Zinsersparnis von mehreren tausend Euro bedeuten. Genau dieser Punkt ist der eigentliche Mehrwert eines Bausparvertrags für Kinder.
Geht es dagegen nur darum, Kapital für ein offenes Ziel aufzubauen, solltest du auch die verschiedenen Geldanlagemöglichkeiten für Kinder vergleichen. Dann zählt vor allem die Nettorendite nach Kosten, und dort hat der klassische Bausparvertrag meist klare Nachteile.
Wie Bausparen für Kinder funktioniert
Ein Bausparvertrag für Kinder besteht aus zwei Phasen: der Sparphase und der späteren Darlehensphase. Genau dieses Modell unterscheidet ihn von Tagesgeld oder ETF-Sparplan. Du sparst also nicht nur Guthaben an, sondern sicherst dir gleichzeitig das Recht auf ein späteres Bauspardarlehen zu festen Konditionen.
In der Sparphase fließen regelmäßige Einzahlungen auf das Bausparkonto, bis eine vertraglich festgelegte Mindestquote der Bausparsumme erreicht ist. Das sind meist zwischen 30 und 50 Prozent. Der Guthabenzins liegt bei Kindertarifen aktuell oft zwischen 0,1 und 1,0 Prozent. Ist die Mindestsparquote erreicht und eine Wartezeit verstrichen, kommt es zur Zuteilung. Dein Kind hat dann das Recht, das Guthaben plus ein zinsgünstiges Bauspardarlehen abzurufen, zu Konditionen, die bei Vertragsabschluss bereits feststanden.
In der Darlehensphase wird das Bauspardarlehen ausgezahlt und mit festen Raten getilgt. Der Haken dabei: Wird das Darlehen später gar nicht gebraucht, bleibt nur ein schwach verzinstes Sparprodukt übrig. Genau deshalb ist ein Bausparvertrag für Kinder vor allem dann sinnvoll, wenn der wohnwirtschaftliche Zweck nicht nur theoretisch, sondern realistisch geplant ist.
Kosten eines Kinderbausparvertrags über die gesamte Laufzeit
Die Kosten entscheiden bei einem Bausparvertrag für Kinder stärker über das Ergebnis als viele Eltern erwarten. Auf dem Papier wirkt eine kleine monatliche Sparrate harmlos. In der Praxis fressen Gebühren einen großen Teil der ohnehin geringen Guthabenzinsen auf.
Die Abschlussgebühr beträgt typischerweise 1,0 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme. Bei 25.000 Euro sind das 250 bis 400 Euro, die direkt vom ersten Sparbeitrag abgezogen werden. Dazu kommen Kontoführungsgebühren von oft 12 bis 24 Euro pro Jahr. Ein detaillierter Tarifvergleich verschiedener Bausparkassen (opens in new tab) lohnt sich daher immer.
Eine Beispielrechnung macht die Wirkung deutlich: Du zahlst 50 Euro monatlich über 18 Jahre, also insgesamt 10.800 Euro. Davon gehen je nach Tarif rund 350 Euro für den Abschluss und zusätzlich 250 bis 400 Euro für die Kontoführung ab. Bei 0,5 Prozent Guthabenzins ergibt sich am Ende nur ein Sparguthaben von etwa 10.800 bis 11.000 Euro. Die effektive Jahresrendite liegt damit oft nur bei etwa 0,3 bis 0,5 Prozent und damit deutlich unter typischen Inflationsraten. Wer sich fragt, wie viel Geld man für Kinder sparen sollte, sieht an diesem Beispiel gut, wie stark Kosten die Sparleistung beeinflussen.
Weniger bekannt: Einige Bausparkassen erheben zusätzlich eine Darlehensgebühr von 2 bis 3 Prozent der Darlehenssumme. Vor dem Abschluss solltest du dir deshalb immer das vollständige Preisverzeichnis geben lassen und nicht nur auf den beworbenen Guthaben- oder Darlehenszins schauen.
Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage: Was bringen sie wirklich?
Staatliche Förderung klingt bei einem Bausparvertrag für Kinder zunächst attraktiv. In der Praxis verbessert sie das Ergebnis aber meist nur begrenzt. Entscheidend sind die Voraussetzungen, die tatsächliche Sparrate und die Frage, ab wann dein Kind die Förderung überhaupt nutzen kann.
Die Wohnungsbauprämie beträgt 10 Prozent auf bis zu 700 Euro Einzahlungen pro Jahr, also maximal 70 Euro jährlich. Voraussetzung ist, dass dein Kind mindestens 16 Jahre alt ist und das zu versteuernde Einkommen unter 35.000 Euro liegt. Besonders wichtig ist die Sonderregel für junge Leute unter 25: Wer den Vertrag vor dem 25. Geburtstag abschließt, kann das Guthaben nach sieben Jahren Bindungsfrist grundsätzlich frei verwenden, auch ohne wohnwirtschaftlichen Zweck.
Bei der im Artikel verwendeten Beispielrate von 50 Euro monatlich werden 600 Euro pro Jahr eingezahlt. Die Wohnungsbauprämie beträgt dann 60 Euro pro Jahr. Von 16 bis 18 kommen somit maximal 120 Euro zusammen, bis zum 25. Geburtstag maximal 540 Euro, sofern die Fördervoraussetzungen in jedem Jahr erfüllt sind. Gemessen an der gesamten Einzahlung ist das ein Zusatznutzen, aber kein Renditewunder.
Die Arbeitnehmersparzulage spielt bei einem Bausparvertrag für Kinder in der frühen Ansparphase meist keine Rolle. Sie wird erst relevant, wenn dein Kind später eine Ausbildung oder Anstellung hat und vermögenswirksame Leistungen erhält. Für viele Verträge bleibt sie deshalb über Jahre theoretisch. Als Hauptargument für den Abschluss taugt die Förderung daher nicht.
Bausparvertrag vs. ETF-Sparplan vs. Tagesgeld: der ehrliche Renditevergleich
Wenn du wissen willst, wie stark sich Produktwahl und Kosten auswirken, hilft ein direkter Zahlenvergleich. Die folgende Übersicht basiert auf einer Sparrate von 50 Euro monatlich über 18 Jahre, also auf insgesamt 10.800 Euro Einzahlung. Beim Bausparvertrag sind Gebühren eingerechnet, beim ETF eine laufende Kostenquote von rund 0,2 Prozent pro Jahr.
| Kriterium | Bausparvertrag | Tagesgeld | ETF-Sparplan (MSCI World) |
|---|---|---|---|
| Erwartete Rendite p. a. | 0,3–1,0 % | 1,5–3,0 % | 6–8 % (historisch) |
| Endkapital nach 18 Jahren | ca. 11.000–11.500 € | ca. 12.500–14.000 € | ca. 18.000–22.000 € |
| Kosten | Abschluss- und Kontoführungsgebühr | meist keine | ETF-TER ca. 0,2 % p. a. |
| Flexibilität | gering (Bindungsfrist) | hoch | hoch |
| Sicherheit | Einlagensicherung | Einlagensicherung | Marktrisiko, teils hohe Schwankungen |
| Eignung Sparziel | konkrete Immobilie | kurzfristig (1–3 Jahre) | langfristig (10+ Jahre) |
Der Abstand zwischen Bausparvertrag und ETF-Sparplan kann bei identischer Sparrate nach 18 Jahren rund 7.000 bis 10.000 Euro betragen. Das ist der zentrale Grund, warum ein Bausparvertrag für Kinder als reines Sparprodukt meist schwach abschneidet.
Wichtig ist aber auch der zweite Teil der Wahrheit: Ein ETF unterliegt Kursschwankungen. Die Aussage, dass sich der MSCI World in rollierenden 15-Jahres-Zeiträumen historisch positiv entwickelt hat, bezieht sich auf historische Daten seit 1970 und ist keine Garantie für die Zukunft. Wer später sicher ein Bauspardarlehen nutzen will, bewertet daher nicht nur die Rendite, sondern auch die Kalkulierbarkeit der Finanzierung.
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ETF-Sparplan für Kinder praktisch umsetzen
Wenn ein Bausparvertrag für Kinder für dein Ziel zu unflexibel oder zu renditeschwach ist, stellt sich sofort die praktische Frage nach der Umsetzung eines ETF-Sparplans. Dabei geht es nicht nur um die Fondsauswahl, sondern vor allem um die Depotform, die steuerliche Behandlung und die spätere Verfügung über das Geld. Genau an dieser Stelle unterscheiden sich Kinderdepot und Elterndepot deutlich.
Kinderdepot oder Depot der Eltern?
Du hast grundsätzlich zwei Wege: ein Kinderdepot auf den Namen des Kindes oder ein Depot der Eltern. Beim Kinderdepot gehören die Wertpapiere rechtlich dem Kind. Das kann steuerlich attraktiv sein, weil das Kind einen eigenen Sparerpauschbetrag nutzen kann. Mit dem 18. Geburtstag erhält das Kind aber auch die volle Verfügung über das Depot.
Ein Depot der Erziehungsberechtigten gibt dir dagegen dauerhaft die Kontrolle über Geldanlage, Entnahmen und Umschichtungen. Steuerlich werden Erträge dann aber dir zugerechnet. Für viele Familien ist genau dieser Punkt entscheidend: Wer das Kapital wirklich zweckgebunden bis über die Volljährigkeit hinaus steuern will, prüft eher diese Lösung oder spezialisierte Anbieter mit vertraglich festgelegtem Bestimmungsrecht der Eltern.
Wenn du tiefer einsteigen willst, helfen die Beiträge zu ETF für Kinder und Kinderdepot. Dort kannst du die praktische Umsetzung, steuerliche Fragen und Unterschiede bei der Depotführung im Detail vergleichen.
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Rechtliches beim Abschluss für Minderjährige
Ein Bausparvertrag für Kinder wird rechtlich auf den Namen des Kindes geführt. Trotzdem entscheiden in der Praxis zunächst die Eltern über Abschluss, Verwaltung und spätere Änderungen. Damit es bei der Kontoeröffnung, beim BAföG oder bei steuerlichen Fragen keine Überraschungen gibt, lohnt sich ein sauber strukturierter Blick auf die wichtigsten Punkte.
Besonders wichtig ist, dass bei minderjährigen Kindern nicht nur die Vertragsunterzeichnung zählt, sondern auch die rechtliche Zuordnung des Vermögens. Das Guthaben gehört grundsätzlich dem Kind und kann deshalb später Auswirkungen auf Förderansprüche oder die Verfügungsgewalt mit 18 Jahren haben. Genau deshalb solltest du vor dem Abschluss nicht nur auf Zinsen und Gebühren, sondern auch auf die formalen Regeln achten.
Die folgenden Unterpunkte zeigen dir, wer unterschreiben muss, welche Unterlagen du brauchst und welche steuerlichen Folgen bei einem Bausparvertrag für Kinder relevant werden können. So lässt sich der Vertrag nicht nur finanziell, sondern auch organisatorisch realistisch bewerten.
Wer unterschreibt — und welche Unterlagen du brauchst
Der Vertrag läuft auf den Namen des Kindes. Unterzeichnen müssen in der Regel beide sorgeberechtigten Elternteile. Großeltern oder Paten können den Vertrag nicht eigenständig abschließen, aber später Geld einzahlen oder Einmalbeträge schenken.
Diese Unterlagen werden meist verlangt:
- Geburtsurkunde des Kindes
- Ausweisdokumente beider sorgeberechtigten Elternteile
- Steuer-Identifikationsnummer des Kindes
- SEPA-Mandat für die Sparbeiträge
- gegebenenfalls ein Freistellungsauftrag
Mit dem 18. Geburtstag erhält dein Kind grundsätzlich die volle Verfügungsgewalt über den Vertrag. Das ist besonders wichtig, wenn du das Guthaben eigentlich für einen späteren, klar definierten Zweck vorgesehen hast.
BAföG, Steuern und Freistellungsauftrag
Das Sparguthaben aus einem Bausparvertrag für Kinder zählt als Vermögen des Kindes. Beim BAföG-Antrag kann es deshalb relevant werden. Der Vermögensfreibetrag liegt derzeit bei 15.000 Euro. Liegt das Vermögen darüber, kann sich das auf die spätere Förderung auswirken.
Steuerlich kannst du für dein Kind einen eigenen Freistellungsauftrag einrichten. Der Sparerpauschbetrag beträgt 1.000 Euro pro Jahr. Wenn das Kind nur sehr geringe sonstige Einkünfte hat, kann zusätzlich eine Nichtveranlagungsbescheinigung sinnvoll sein, damit Kapitalerträge nicht unnötig besteuert werden.
Gerade bei langfristigen Verträgen wird dieser Punkt oft übersehen. Wer früh sauber strukturiert, spart sich später unnötige Rückfragen bei Bank, Bausparkasse oder Finanzamt.
Schenkungssteuer: Wann wird's relevant?
Normale monatliche Einzahlungen in einen Bausparvertrag für Kinder lösen in der Regel keine steuerlichen Probleme aus. Die Freibeträge bei der Schenkungssteuer sind hoch angesetzt und werden in der Praxis nur bei größeren Vermögensübertragungen relevant.
- 400.000 Euro pro Elternteil und Kind innerhalb von zehn Jahren
- 200.000 Euro von Großeltern an Enkel innerhalb von zehn Jahren
- 20.000 Euro von nicht verwandten Personen innerhalb von zehn Jahren
Für übliche Sparbeiträge ist das also fast nie ein Thema. Relevant wird es eher bei größeren Einmalzahlungen, etwa aus einer Schenkung, Erbschaft oder einem Depotübertrag.
Wann ein Kinderbausparvertrag trotzdem die richtige Wahl ist
Ein Bausparvertrag für Kinder ist als Sparprodukt oft schwach, kann in bestimmten Konstellationen aber trotzdem sinnvoll sein. Entscheidend ist dann nicht die Guthabenrendite, sondern der Nutzen in der späteren Finanzierung. Genau darauf sollte sich auch die Entscheidung stützen.
Wichtig ist, dass der Vertrag nicht isoliert betrachtet wird. In vielen Familien ist er kein Ersatz für den Vermögensaufbau, sondern ein Baustein innerhalb einer größeren Strategie. Dann kann er neben einem ETF-Sparplan oder anderen Rücklagen gezielt eingesetzt werden.
Die folgenden Situationen sind die Fälle, in denen ein Bausparvertrag für Kinder eher Substanz hat als in einem allgemeinen Standardszenario:
- Der Immobilienwunsch ist konkret und realistisch. Wenn bereits klar ist, dass dein Kind später bauen, kaufen oder eine geerbte Immobilie sanieren soll, kann die frühe Zinssicherung sinnvoll sein. Liegt der gesicherte Darlehenszins zum Beispiel bei 1,5 Prozent und der spätere Marktzins bei 3,5 Prozent, ergibt das bei 15.000 Euro Darlehen über zehn Jahre einen spürbaren Zinsvorteil.
- Der Vertrag dient nur als Zinssicherungsbaustein. In dieser Konstellation läuft der Vermögensaufbau parallel über einen ETF-Sparplan, während der Bausparvertrag für Kinder bewusst kleiner gewählt wird, etwa mit 20.000 bis 50.000 Euro Bausparsumme. So bleibt die Renditechance im Depot erhalten, während für einen Teil der späteren Finanzierung feste Konditionen gesichert werden.
- Eine spätere Kombination mit Förderdarlehen oder Modernisierungsfinanzierung ist realistisch. Wer schon heute weiß, dass später energetische Sanierungen, Umbauten oder ergänzende Förderprogramme genutzt werden sollen, kann einen Bausparvertrag als kalkulierbaren Zusatzbaustein einsetzen. Gerade bei kleineren Finanzierungsbausteinen ist ein fest vereinbarter Zinssatz oft wichtiger als die Rendite in der Ansparphase.
Bei der Tarifwahl solltest du nicht nur auf Werbeaussagen schauen. Entscheidend sind Abschlussgebühr, Kontoführung, notwendige Mindestsparquote, Darlehenszins und die spätere Tilgungsrate. Ein Vergleich der Gesamtkosten bei verschiedenen Bausparkassen ist deshalb sinnvoller als der Blick auf einen einzelnen Lockzins.
Fazit: Bausparvertrag oder ETF-Sparplan
Die Entscheidung hängt weniger vom Produktnamen ab als vom tatsächlichen Ziel. Wenn du vor allem Vermögen aufbauen willst, ist ein ETF-Sparplan wegen der deutlich höheren langfristigen Renditechance meist die bessere Lösung. Wenn du dagegen für eine spätere Immobilienfinanzierung einen festen Darlehenszins absichern willst, kann ein Bausparvertrag für Kinder als ergänzender Baustein sinnvoll sein.
- Offenes Verwendungsziel: ETF-Sparplan. Das Kapital bleibt flexibel und die langfristige Renditechance ist deutlich höher.
- Konkreter Immobilienplan: kleiner Bausparvertrag für Kinder zur Zinssicherung, ergänzt durch einen ETF-Sparplan für den Vermögensaufbau.
- Kurzer oder unsicherer Zeithorizont: Tagesgeld als flexible Lösung ohne Kursrisiko.
Als praktische Entscheidungshilfe gilt: Wenn dein Kind das Geld voraussichtlich frei verwenden soll, ist ein ETF-Sparplan meist sinnvoller. Wenn schon heute absehbar ist, dass später ein wohnwirtschaftlicher Zweck im Raum steht, kann ein kleiner Bausparvertrag für Kinder als gezielter Zinssicherungsbaustein sinnvoll ergänzt werden.
Häufige Fragen zum Bausparvertrag für Kinder
Ab welchem Alter kann ich für mein Kind einen Bausparvertrag abschließen?
Ab der Geburt. Die Wohnungsbauprämie (opens in new tab) gibt es allerdings erst ab 16 Jahren.
Kann ich die Bausparsumme nachträglich ändern?
Ja, die meisten Bausparkassen erlauben eine Erhöhung oder Reduzierung. Bei einer Erhöhung fällt meist eine anteilige Abschlussgebühr an. Außerdem verändern sich dadurch oft die Zuteilungsbedingungen. Lass dir neue Konditionen deshalb immer schriftlich bestätigen.
Können Großeltern auf den Vertrag einzahlen?
Ja, Großeltern können jederzeit Geld auf einen bestehenden Bausparvertrag für Kinder einzahlen. Den Vertrag selbst abschließen können sie in der Regel aber nicht, das müssen die sorgeberechtigten Personen übernehmen.
Kann ich einen Bausparvertrag für mein Kind vorzeitig kündigen?
Ja, das ist möglich, häufig aber mit Nachteilen. Die Abschlussgebühr wird meist nicht vollständig erstattet, und die Wohnungsbauprämie kann verloren gehen, wenn die siebenjährige Bindungsfrist noch nicht abgelaufen ist. Bei unter 25-Jährigen gelten dabei die besonderen Regeln zur späteren freien Verwendung nach Ablauf der Frist.
Welche Vorteile hat ein Bausparvertrag für junge Leute unter 25 Jahren?
Der wichtigste Punkt ist die Sonderregel zur Wohnungsbauprämie: Wird der Vertrag vor dem 25. Geburtstag abgeschlossen, kann das Guthaben nach sieben Jahren Bindungsfrist grundsätzlich frei verwendet werden. Zusätzlich bieten manche Tarife Jugendboni oder vergünstigte Konditionen. Prüfe aber immer, ob diese Extras die laufenden Kosten tatsächlich ausgleichen.
Was passiert mit dem Bausparvertrag bei einem Umzug ins Ausland?
Der Vertrag bleibt grundsätzlich bestehen. Das Bauspardarlehen kann aber in der Regel nur für wohnwirtschaftliche Zwecke in Deutschland genutzt werden. Eine Kündigung mit Auszahlung ist auch aus dem Ausland möglich. Welche steuerlichen Folgen sich ergeben, hängt dann vom jeweiligen Wohnsitzland ab.
Quellen
- LStH 2026 – Anhang 31 III. – Wohnungsbau-Prämie (Bundesfinanzministerium) (opens in new tab)
- § 4 BausparkV – Einzelnorm (Gesetze im Internet) (opens in new tab)
- Bausparverträge im Vergleich – Stiftung Warentest (opens in new tab)
- Bausparvertrag & Bausparen für junge Leute unter 25 – Finanztip (opens in new tab)
- Globale Aktien 1970–2023: Das Renditedreieck für den MSCI World Index – Dividendenadel (opens in new tab)





