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Frühstart-Rente: Warum Eltern Zweifel an Wirkung und Fairness haben

Invest4Kids-Umfrage unter 2.400 Eltern zeigt deutlichen Reformbedarf

Die Frühstart-Rente soll Kindern frühzeitig beim Vermögensaufbau helfen und langfristig die Altersvorsorge stärken. Doch wie bewerten Eltern dieses Modell tatsächlich? Eine aktuelle Umfrage von Invest4Kids unter 2.400 Eltern zeigt ein klares Bild. In der aktuellen Ausgestaltung stößt die Frühstart-Rente sowohl bei der Wirkung als auch bei der Fairness auf erhebliche Zweifel.

Frühstart-Rente: Reichen 10 Euro monatlich für den Vermögensaufbau?

 

Abbildung 1: Einschätzung der Eltern zur Wirkung der Frühstart-Rente

Ein zentrales Ergebnis der Umfrage betrifft die Höhe der staatlichen Förderung. 72,6 Prozent der befragten Eltern glauben nicht, dass die vorgesehenen 10 Euro monatlich ihrem Kind später spürbar helfen werden. Knapp 40 Prozent halten den Betrag für klar zu gering, weitere 33 Prozent äußern deutliche Zweifel. Lediglich 27,5 Prozent sehen überhaupt einen relevanten Nutzen.

Aus ökonomischer Sicht ist das problematisch. Nachhaltiger Vermögensaufbau basiert auf Zeit, ausreichenden Beträgen und dem Zinseszinseffekt. Viele Eltern haben offenbar das Gefühl, dass diese Faktoren bei der Frühstart-Rente nicht konsequent genutzt werden.

Kritik an der Fairness: Wenn Geschwister unterschiedlich profitieren

Abbildung 2: Wahrnehmung der Fairness der Frühstart-Rente innerhalb von Familien

Besonders sensibel reagieren Eltern auf die Verteilungswirkung der Frühstart-Rente. 88,6 Prozent empfinden es als ungerecht oder sehr ungerecht, dass Kinder je nach Geburtsjahr profitieren, während ältere Geschwister leer ausgehen.

Gerade innerhalb von Familien entsteht dadurch ein Spannungsfeld. Statt Chancengleichheit wird das Modell als zufallsabhängig wahrgenommen abhängig vom Geburtsdatum und nicht vom tatsächlichen Bedarf. Für viele Eltern ist das schwer vermittelbar und untergräbt die Akzeptanz der staatlichen Vorsorge.

Verständlichkeit als zentrales Problem der Frühstart-Rente

Abbildung 3: Verständlichkeit der Frühstart-Rente aus Sicht der Eltern

Ein weiteres deutliches Ergebnis der Umfrage betrifft die Komplexität des Modells. Nur 10,6 Prozent der Eltern geben an, genau zu verstehen, wie die Frühstart-Rente funktioniert und wie sie beantragt werden kann. 56,5 Prozent verstehen das Modell gar nicht, weitere 32,9 Prozent nur teilweise.

Für ein staatliches Vorsorgeinstrument mit Millionen potenziell Betroffenen ist das ein alarmierender Wert. Finanzielle Vorsorge funktioniert nur dann, wenn sie transparent, niedrigschwellig und verständlich ist.

Gute Idee, aber Schwächen in der Umsetzung

Abbildung 4: Gesamtbewertung der Frühstart-Rente durch Eltern

Trotz aller Kritik zeigt die Umfrage auch, dass 85 Prozent der Eltern die Idee einer staatlichen Vorsorge für Kinder grundsätzlich für sinnvoll halten. Gleichzeitig bewerten nur 29,6 Prozent die konkrete Ausgestaltung der Frühstart-Rente als „sehr gut“. Die Mehrheit sieht deutlichen Verbesserungsbedarf oder lehnt das Modell in seiner aktuellen Form ab.

Eltern unterscheiden also klar zwischen der Idee und der Umsetzung und erwarten, dass staatliche Vorsorge ökonomisch sinnvoll gestaltet wird.

Welche Alternativen Eltern bevorzugen

 

Abbildung 5: Bevorzugte Modelle zur staatlichen Förderung des Vermögensaufbaus von Kindern

Besonders aufschlussreich ist der Blick auf mögliche Alternativen zur Frühstart-Rente. Nur 15,9 Prozent der Eltern würden sich bewusst für das Modell der monatlichen 10 Euro entscheiden. Deutlich mehr bevorzugen:

  • eine Einmalzahlung von 1.000 Euro zur Geburt mit langfristiger Anlage oder
  • mit Abstand am häufigsten eine Kombination aus staatlichem Startkapital und laufender Förderung (58,1 Prozent).

Das zeigt ein klares Bedürfnis nach einem früheren Einstieg und einem stärkeren Zinseszinseffekt.

Warum der Startzeitpunkt entscheidender ist als die Förderhöhe

Entscheidend für den Vermögensaufbau von Kindern ist nicht nur die Höhe der Förderung, sondern vor allem der Zeitpunkt, ab dem investiert wird. Invest4Kids hat zwei Szenarien verglichen, bei denen die Gesamtsumme identisch ist:

  • Anlage ab Geburt
  • Anlage ab dem sechsten Lebensjahr, wie es die Frühstart-Rente vorsieht.

Das Ergebnis ist eindeutig. Durch den längeren Zinseszinseffekt entsteht bei der Anlage ab Geburt ein Renditevorsprung von rund 14.000 Euro bis zum Rentenalter. Allein der frühere Start sorgt dafür, dass deutlich mehr Vermögen aufgebaut wird ohne höhere Einzahlungen.

Das Beispiel zeigt, warum frühes Investieren der zentrale Hebel für echten Vermögensaufbau ist. Auch aus staatlicher Sicht ist das relevant. Ein einmaliger Startbetrag von 1.000 Euro zur Geburt würde den Staat langfristig rund 30 Prozent weniger kosten als eine über Jahre verteilte monatliche Förderung bei gleichzeitig deutlich höherem Nutzen für die Kinder.

Was Eltern konkret fordern

Eltern konnten in der Umfrage selber Ideen einbringen, wie das Modell besser gestaltet werden kann. Raus kamen zahlreiche Verbesserungsvorschläge zur Frühstart-Rente:

  • höhere oder dynamisch angepasste Förderbeträge
  • automatische Auszahlung ohne Antrag
  • sinnvolle, kostengünstige Kapitalmarktanlagen
  • stärkere Verzahnung mit finanzieller Bildung

Diese Punkte verdeutlichen, dass Eltern nicht per se gegen staatliche Vorsorge sind. Sie erwarten jedoch ein durchdachtes, faires und verständliches Modell.

Fazit: Frühstart-Rente braucht klare Nachbesserungen

Die Ergebnisse der Invest4Kids-Umfrage zeigen deutlich, dass Eltern sich staatliche Unterstützung beim Vermögensaufbau für ihre Kinder wünschen. Gleichzeitig erwarten sie, dass diese Unterstützung wirksam, fair und verständlich gestaltet ist. Bleibt die Frühstart-Rente in ihrer aktuellen Form unverändert, droht sie aus Sicht vieler Familien ihr Ziel zu verfehlen.

Invest4Kids begleitet Eltern genau an dieser Stelle mit transparenter Beratung, klaren Strukturen und einem langfristigen Blick auf die finanzielle Zukunft von Kindern.

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